Teil 2: Begrifflichkeiten, Definitionen

 

Die Wurzeln des Öko-Labelling liegen im wachsenden globalen Bewusstsein von Umweltschutz seitens Regierungen, Unternehmen und der Öffentlichkeit. Die ersten Kennzeichnungen von nachhaltigen Entwicklungen und Produkte starteten vor 15 Jahren als Ergebnis der Konferenz in Rio de Janeiro, welche durch die Konferenz in Johannesburg (Rio + 10) noch mehr an Bedeutung gewann und zu einem Nachhaltigkeitsziel aller Repräsentanten erklärt wurde.

Um Produkteigenschaften für Verbraucher/innen auf einen Blick erkennbar zu machen und somit Kaufentscheidungen zu erleichtern, nutzt auch die Textilbranche das Instrument der Produktkennzeichnung durch sog. Label. Häufig werden Begriffe wie Prüfsiegel, Gütesiegel, Markenzeichen, Qualitätszeichen oder Label nicht immer klar differenziert und als solche kommuniziert.

Weitaus problematischer ist allerdings, dass es keine allgemeingültige Definition von umweltfreundlichen, nachhaltigen und gesunden / hautfreundlichen Textilien gibt.
Seit Anfang der 90er Jahre haben sich eine Vielzahl von Textil-Labeln mit unterschiedlichen Standards / Anforderungen auf dem Markt etabliert. Dementsprechend unterscheiden sich die Ansätze der aufgeführten Label und Standards teilweise gravierend in ihrer Zielsetzung.

Somit haben wir Licht in das Dunkel der Begrifflichkeiten, der Definition von nachhaltigen Textilen und den vielen unterschiedlichen Labelansätzen zu bringen.

 

In der Labelschule Teil 2 erläutert wir was Label sind und in welche Begriffe wir differenzieren müssen:

Was sind Label? Definitionen

Seit einigen Jahren gibt es ein inflationäres Auftauchen von Labeln. Heute finden sich schätzungsweise 1.000 verschiedene Label auf dem Markt. Die Unterschiede sind groß, Konsumenten haben den Überblick verloren. Die Palette von Labeln reicht von selbst kreierten Hersteller-Labeln bis hin zu unabhängig vergebenen und überwachten Qualitätszeichen. Die Bedeutung von Labeln als Marktinformationsinstrument geht in dem Label-Dschungel immer mehr verloren. Um sich Klarheit zu verschaffen, ist es wichtig, sich zunächst mit der Vielzahl der verwendeten Begriffe vertraut zu machen.

 

Gütesiegel

„Gütezeichen sind Zeichen, die nach einem besonderen Prüfverfahren vom RAL, dem Deutschen Institut für Kennzeichnung und Gütesicherung e.V., als Gütezeichen anerkannt worden sind und somit den „Grundsätzen für Gütezeichen" entsprechen. Der Begriff ist wettbewerbsrechtlich geschützt.
Gütezeichen werden als branchenmäßig orientierte Gemeinschaftszeichen für Warengruppen geschaffen. Verwaltung und Vergabe der Gütezeichen obliegt den jeweiligen Gütegemeinschaften, das sind meist Zusammenschlüsse von Herstellern.
Bei den RAL-Gütezeichen steht die Sicherung der Qualität bzw. Güte von Produkten im Vordergrund. Dabei orientieren sich die Qualitätsstandards vor allem an gesetzlichen Grundlagen und Normen." [vi 2009]

Markenzeichen, Eigenmarke, Handelsmarke

„Eigenmarken sind firmeneigene Label; d.h. sie werden von den Herstellern selbst entwickelt und kennzeichnen mindestens eine bestimmte Produktlinie. Dem Begriff Eigenmarke inhaltlich entsprechend sind Markenzeichen oder Handelsmarke." [vi 2009]

Prüfzeichen

„Als Prüfzeichen werden die Label bezeichnet, die von wissenschaftlich-technischen Instituten vergeben werden. Es wird hierbei geprüft, ob das Produkt die sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt und gebrauchstauglich ist (z.B. VDE-Zeichen, GS-Zeichen, TÜV-Prüfzeichen u.a.). Bei den Prüfungen kann es sich sowohl um aufwendige Laboruntersuchungen, als auch um stichprobenhafte Kontrollen der Produkte handeln." [vi 2009]

Label

Der Begriff „Label" ist eine umfassende Bezeichnung für alle Wort- und/oder Bildzeichen, die auf einem Produkt oder seiner Verpackung zu sehen sind. Label sollen auf besondere Qualitäten von Produkten, z.B. gesundheitliche, soziale oder ökologische Eigenschaften, hinweisen. Damit dienen sie der Abgrenzung gegenüber anderen Produkten mit gleichem Gebrauchszweck, die diese Eigenschaften nicht aufweisen.

Öko-Label, Umweltzeichen

„Umweltzeichen sind produktbezogene Kennzeichen, die sich auf die Umwelteigenschaften eines Produktes beziehen. Sie finden sich auf Produkten, die z.B. umweltschonend hergestellt (z.B. Bio-Lebensmittel), sich durch geringe Schadstoffbelastungen auszeichnen oder besonders umweltfreundliche entsorgt werden können. Dabei gibt es sowohl Umweltzeichen, die sich nur auf Einzelaspekte konzentrieren (z.B. chlorfrei gebleicht, FCKW-frei) als auch solche, die sich auf den gesamten Lebenszyklus beziehen. Sie zielen darauf ab, Angebot und Nachfrage umweltfreundlicher Produkte zu fördern." [vi 2009]

Qualitätszeichen

Qualitätszeichen werden zur besonderen Kennzeichnung von verschiedensten Produkten genutzt. Je nach Zeichen ist darin die Herkunft eines Produkts, bestimmte definierte Qualitätsanforderungen und einer durchgängigen Verbindung vom Anbau benötigter Rohstoffe bis hin zum Endprodukt geregelt.