Label-Portrait: BCI Better Cotton Initiative
Initiative zur Verbesserung des Baumwollanbaus

Klassifizierung:
Nachhaltigkeits-Standard
Verbesserung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Lebensbedingungen der Bauern (in kleinen, mittleren und großen Betrieben).

 

NEU: 

Die nächste Standard-Revision ist für 2016 geplant.

Seit Juni 2012kooperieren die beiden Initiativen Cotton made in Africa (CmiA) und Better Cotton Initiative (BCI). Wobei Baumwolle, die unter dem Label Cotton made in Africa (CmiA) verkauft wird, weiterhin permanent frei von gentechnisch verändertem Saatgut bleibt

 

Ziel, Hintergrundinformationen:

Es handelt sich ausdrücklich nicht um einen Textil-Siegel, sondern um eine Initiative zur Verbesserung des Baumwollanbaus (besser für die Bauern, besser für die Umwelt, besser für den Sektor). Die Better Cotton Standard-System versteht sich selbst als einen ganzheitlichen Ansatz zur nachhaltigen Baumwollproduktion, der alle drei Säulen der Nachhaltigkeit behandelt: Umwelt, Sozial und Wirtschaft. Das System wurde entwickelt, um die Anwendung bewährter Verfahren zu gewährleisten und zum kollektiven Handelns zu ermutigen, um Better Cotton als nachhaltiger Rohstoff im Mainstream zu etablieren.

Ziel des Standards ist die Umweltauswirkungen der Baumwollproduktion zu senken und die Lebensgrundlagen der Baumwollbauern zu verbessern. Die Kriterien für den Anbau sind umfassend. So werden die Bereiche Wasser, Boden und Habitatsschutz ebenso definiert, wie soziale Aspekte und Arbeitsrechte für (Klein)Bauern, bei denen ein direkter Bezug auf ILO-Konventionen erfolgt.

Der erste Anbau von Better Cotton erfolgte in der Saison 2010-11 in Brasilien, Indien, Mali und Pakistan. Inzwischen wurde Better Cotton aber auch in China, Mosambik, Tadschikistan und der Türkei geerntet. Ab 2014 wird Better Cotton auch im Senegal und in Kenia kulitiviert.


Positiv ist die umfassende Auseinandersetzung mit den Rahmenbedinungen des Baumwollanbaus zu bewerten. Schwachpunkte sind beim Pestizideinsatz und in Sachen Gentechnik zu nennen: Bezüglich des Pestizideinsatzes ist lediglich ein Verbot von Dauergiften (POPs)vorgesehen; ein Phase-out von weiteren Wirkstoffen wird nicht zeitlich fixiert. Die Bedingungen für die Nutzung- und Entsorgung von Pestiziden hingegen ist detailiert und anspruchsvoll geregelt. Sehr bedenklich ist die Erlaubnis der Nutzung von Gen-Baumwolle. Der Standard achtet dafür besonders auf Transparenz bei der Überrpüfung der Zielerreichung.

 

Geltungsbereich / Regelbereich:

Es wird ausschließlich der Baumwollanbau geregelt. 

 

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung:

Da es kein Siegel für Endprodukte gibt, ist keine unabhängige Zertifizierung notwendig. BCI überprüft, inwieweit die eigenen Ziele erreicht werden. Hierfür sind anhand des ISEAL Code of Good Practice for Assessing the Impacts of Social and Environmental Standards Systems) Indikatoren zur Wirkungsmessung entwickelt worden. Diese werden jährlich überprüft. Die Farmer bzw. Farmgruppen führen eine Selbstbewertung/Selbstdeklaration durch. Zu Beginn wird der Status Quo (Baseline) festgehalten. Die Farmer/Farmgruppen sind verpflichtet, ein Dokumentationssystem zu etablieren. Anhand von vorgegebenen Erhebungsbögen werden quantitative und qualitative Indikatoren gemessen. Zusätzlich erfolgt eine externe Evaluierung zur Zielerreichung.

 

Kennzeichnung:

Es handelt sich um kein Produkt-Siegel - am Endprodukt wird die Nutzung von Baumwolle, die nach BCI-Kriterien angebaut wurde, nicht ausgelobt. Partnefirmen bewerben die Mitgliedschaft bei BCI und dass sie damit den nachhaltigen Baumwollanbau unterstützen.

 

Märkte:

Firmen, die BCI-Baumwolle nutzen sind, u.a. IKEA, H&M, LEVIS, Adidas und Nike.

Zum BCI - Report