Label-Portrait: bluesign® standard
Für maximale Ressourcenproduktivität

Standardinhaber und Beteiligte:
bluesign technologie ag (Schweiz), seit 2000

SGS ist zu 80% beteiligt (seit 2011)

 

NEU:

bluesign technologies hat die Kriterien zum bluesign-System öffentlich zugänglich gemacht.

Die Möglichkeit der Produktkennzeichnung war ursprünglich unter dem bluesign-System nicht angestrebt. Doch inzwischen können optional vollständig nach dem bluesign®-System hergestellte Endprodukte inkl. Accessoires mit dem Label "bluesign® product" ausgezeichnet werden.

April 2014: Bluesign Technologies hat ein Update seines Standards veröffentlicht, das Änderungen zu den bestehenden Kriterien sowie die Einführung neuer Kriterien als Antwort auf aktuelle Anforderungen der Industrie beinhaltet. Die neuen Anforderungen decken alle textilen Herstellungsverfahren, von der Spinnerei bis zur Näherei, einschließlich der nachhaltigen Textil-und Lederherstellung ab. Neu ist die Einführung von bluesign-Kriterien für die Chemikalien-Bewertung, die eine Risikoabschätzung für chemische Produkte ermöglicht und an den bluesign Input Stream Management Ansatz anknüpft. Die neuen Kriterien wurden in Zusammenarbeit mit Chemikalien-Lieferanten, Herstellern und Markenfirmen sowie anderen Interessengruppen der Branche erarbeitet.
Zusätzliche Kriterien wurden für Produktionsstandorte aufgenommen, die allgemeine Kriterien für alle produzierenden Unternehmen enthalten und sechs entsprechende Anhänge, die den Benutzer auf bestimmte Branchen hinleiten (z.B. Textil-Hersteller, Chemie-Lieferanten, Bekleidungs-Hersteller, etc.).
Ein neuer Begriff "VOC - relevante Produktionsstandorte" wurde ebenfalls eingeführt. Damit werden Produktionsstandorte bezeichnet, in denen mehr als fünf Tonnen Lösemittel pro Jahr im Einsatz sind.

 

 

Klassifizierung:
Privates, firmeneigenes dennoch unabhängiges Umwelt-Label, Produktionsökologie
Typ A, Typ I, 2-Parteien-System

Das bluesign-System, ist ein unabhängiger Standard, der fünf Schlüsselbereiche der Textilverarbeitung abdeckt: Ressourcenproduktivität, Abluft , Arbeitsschutz, Abwasser -und Verbrauchersicherheit.

Ziel, Hintergrundinformationen:

Ziel des unabhängigen bluesign®-Systems ist es, der gesamten Textilherstellungskette, den Rohstoff- und Komponentenlieferanten, welche u. a. Garne, Farbstoffe und Hilfsmittel produzieren, den Textilherstellern, den Retailern und Marken als auch dem Verbraucher ein proaktives Instrument bereitzustellen.

bluesign® ist ein System zur Optimierung von Ressourcennutzung in textilen Produktionsprozessen und berücksichtigt insbesondere den Schutz von Umwelt und Gesundheit sowie die Arbeitssicherheit.

Die bluesign technologie ag mit Sitz in der Schweiz wurde 2000 von Schöller AG ins Leben gerufen und ging 2008 eine Kooperation mit SGS ein.

Bei bluesign technologies geht es um die Prüfung der Schadstofffreiheit über den gesamten Produktionsprozess durch Homologierungs-, Zertifizierungs- Lizensierungs- und Controlling Verfahren. Durch Input Stream Management (schließt die Verwendung gefährlicher Substanzen vor Beginn der Produktion aus) soll eine möglichst effiziente und wirtschaftliche Umsetzung der Produktion gewährleisten werden.

Für Chemikalienlieferanten, Textilhersteller bis hin zu Marken und Retailern wurden verschiedene benutzerfreundliche Softwareanwendungen entwickelt.

• bluesign® bluetool für Chemikalienzulieferer: Wissensportal zur Homologierung von Produkten gemäss dem bluesign®-Standard.
• bluesign® bluefinder für Textilhersteller: Leistungsfähige Suchmaschine für nachhaltige Input Streams.
• bluesign® blueguide für Marken und Retailer: Hochleistungsdatenbank für nachhaltige Textilien

Das bluesign®-System integriert bereits bestehende "Restricted Substance Lists" (RSL). Es erfüllt alle sinnvollen Anforderungen (RSLs von führenden Herstellern) sowie die Kriterien von REACH.

Das wesentliche Ziel des Standards ist die Optimierung der Ressourcenproduktivität und damit die Reduzierung von Umweltauswirkungen in der gesamten Wertschöpfungskette.


Geltungsbereich:

Bekleidung, Textilien jeder Prozessstufe, Prozesstechniken, aber auch verwandte und angrenzende Bereiche der Textilindustrie, z.B. Textilkomponenten (Membrane), Chemikalienhersteller, Pflegemittel für Outdoor- und Sportbekleidung. Das bluesign System ist nicht auf bestimmte Fasermaterialien begrenzt, es kann jegliches Fasermaterial zum Einsatz kommen.

Regelbereich:

bluesign® technologies betrachtet nach der Rohstofferzeugung den Materialeinsatz und den Ressourcenverbrauch entlang der gesamten Kette. Es werden Ressourcenproduktivität, Immisionsschutz, Arbeitssicherheit, Gewässerschutz und Verbraucherschutz gleichermaßen berücksichtigt. Insbesondere der Chemikalieneinsatz unterliegt strengen Regulierungen. Empfehlungen orientieren sich an „Best Available Technology". Die Partner von bluesign technologies verpflichten sich den Grundsätzen des UN Global Compact, welche Umwelt- und Sozialstandards festschreibt.

Einteilung der Farbstoffe und Chemikalien in zwei Abstufungen: blau und grau.

Blau = Einsatz der Produkte in der textilen Wertschöpfungskette ohne Restriktionen
Grau = Gewisse Restriktionen beim Einsatz müssen beachtet werden, um Risiken für Umwelt, Arbeiter und Verbraucher auszuschliessen.
Der Bewertung von Chemikalien und Farbstoffe liegt eine Liste aller kritischen Substanzen zu Grunde („BSSL"), welche im Internet verfügbar ist.

 

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung:

bluesign technologies schließt mit sog. Systempartnern Audit-Verträge und führt selbst in einem definierten Verfahren ein sog. Screening durch. Ein Screening besteht aus einer Vorbereitungsphase (Ausfüllen von Fragebogen), einer Betriebsinspektion, Homologierung (Zulassung/Abnahme), Screening-Bericht mit Handlungsmaßnahmen).
Systempartner werden in einer Datenbank veröffentlicht, so dass entlang der textilen Kette durchgängig mit Partnern zusammengearbeitet werden kann, die zertifizierte Produkte anbieten.

 

Kennzeichnung:

bluesign technologies sieht sich anfänglich nicht als Label sondern als Qualitätsstandard (Prozessstandard), vergibt aber seit 2012 doch auch ein Produktlabel, womit ein Auszeichnung am Produkt mit dem bluesign®-Label möglich, sofern die gesamte Wertschöpfungskette dem Screening unterzogen ist. Das bluesign® System greift auf ein mehrstufiges Labelsystem zurück.

D.h. optional können vollständig nach dem bluesign®-Standard hergestellte Endprodukte inkl. Accessoires mit dem Label "bluesign® product" ausgezeichnet werden. Sollte das Screening nur bis zur Stoffherstellung erfolgt sein, gibt es die Möglichkeit mit dem Label "bluesign® approved fabric" zu kennzeichnen. Dieses Label sollte allerdings in 2015 auslaufen und nicht mehr vergeben werden.

Märkte:

In 2012 waren 30 Rohmaterial-Lieferanten und Bekleidungshersteller auf der Internetseite gelistet. Die Listen von Mitgliedern, Supportern und Systempartnern nur über ein Login von der Datenbanken abgerufen werden. Zu den ersten Bluesign-Systempartner zählen v.a. im Outdoorfirmen wie VAUDE, Salewa, Patagonia oder Helly Hansen. Aber auch G-Star (Jeansmode), Mey (Wäsche) und Jako-o sind Hersteller, die das bluesign-System unterstützen.