Label-Portrait: Cradle to Cradle
Verbesserte Transpanenz bei Cradle to Cradle

Ziel, Hintergrundinformationen:

Cradle to Cradle bedeutet Ökoeffektivität, d.h. er beschreibt einen bestimmten nachhaltigen Herstellungsprozess. Cradle to Cradle (von der Wiege bis zur Wiege) ist ein Designkonzept mit einer grundlegend neuen Herangehensweise zur Herstellung ökologisch intelligenter Produkte. Die Inhaltsstoffe der Produkte können bis nahezu 100% zurückgewonnen werden anstatt diese als Abfall zu deponieren, zu verbrennen oder zu recyceln.

Das Cradle to Cradle Zertifikat beinhaltet die Beurkundung der Verwendung von umweltsicheren, gesunden und wiederverwertbaren Materialien (technische Wiederverwertung oder Kompostierung), Verwendung von regenerativen Energieformen, den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser sowie die Strategien zu sozialen Verpflichtungen des Unternehmens (basierend auf SA8000/WRAP).

Zertifikate gibt es in vier Abstufungen: "Basis", "Silber", "Gold" oder "Platin" jeweils für ein Jahr ausgehändigt.

Seit 2009 hat das Label eine neues Instrument "zugelassene Wirkstoffe" integriert, welches auch für Textilien und Bekleidung angewendet werden kann. Mit diesem Zertifizierungs-Programm für Chemikalien wird die Nachhaltigkeit des Produkts und Zutaten für menschliche Gesundheit und Umwelt beurteilt, sowie deren Recyclingfähigkeit oder Kompostierbarkeit. Mit diesem Tool wird die Planung von ökologisch-intelligenten Produkten erleichtert, in dem die Auswahl der Materialien gemäß der wichtigsten Kriterien der Nachhaltigkeit getroffen werden kann.

Die Bewertung eingesetzter Materialien unter Umwelt- und Gesundheitsaspekten und die Prozessoptimierung in der Herstellung stehen im Vordergrund. Beim Naturfasereinsatz wird weder der Einsatz von Bio-Baumwolle gefordert, noch besteht ein GV-Verbot. Für Synthetikfasern wird der Einsatz von Recyclingfasern abgefragt, nicht aber vorgeschrieben. Umwelt- oder gesundheitsschädliche Materialien dürfen nicht eingesetzt werden. Das Thema Wasserverbrauch und Wasserqualität und Abwassermanagement ist bei diesem Standard deutlich am besten abgefragt und damit in den Fokus der Aufmerksamkeit von Zeichennehmern gestellt. Zusätzlich positiv zu vermerken ist das genaue Erfassen der Energiemenge und die besondere Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien. Die Frage sozialer Verantwortung wird ab Label Stufe "Silver" erfasst. Die zu erfüllenden Kriterien sind allerdings vergleichsweise niedrig.


Geltungsbereich:

Für alle Industriezweige geeignet, inzwischen wird das Label auch für Textilien vergeben.

 

Regelbereich:

Die Prozesskette wird erst nach der Rohstofferzeugung betrachtet.
Materialeinsatz muss bis auf die 100 ppm Ebene gemeldet werden. Bestimmte Stoffe müssen jedoch auf jeder Ebene gemeldet werden: Toxische Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, sechswertiges Chrom und Kadmium, Pigmente, Farbstoffe und andere Farbstoffe, Phthalate, halogenierten organischen Verbindungen

 

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung:
Zertifiziert wird durch EPEA/MBDC. Der Antragsteller reicht bei EPEA Dokumente zum Materialeinsatz, Energiemenge und -quelle(n), Wassermanagement und sozialer Verantwortung ein. Basierend auf den Dokumenten führt EPEA eine Materialbewertung unter ökologischen und gesundheitlichen Aspekten durch und evaluiert die Prozesse und soziales Engagement. Anschließend führt MBCD das Audit und die Zertifikatsvergabe durch. Zertifikate müssen jährlich neu beantragt werden.

 

Märkte:

In Deutschland vertreibt Trigema T-Shirts, Sweatshirts, Hosen und Jacken, die mit dem Cradle-to-Cradle Label gekennzeichnet sind. Das Trigema T-Shirt ist biologisch, in einem halben Jahr, abbaubare und wird ausschließlich in Deutschland produziert. In ausgewählten Einzelhandelsgeschäften gibt es Handtücher der Schweizer Firma Schlossberg Textil AG.
Aktuelle Unternehmen: BASF, CENTRIA, Designtex, Ford Motor Company, Herman Miller, MechoShade Systems, Nike, Pendleton® Woolen Mills, PolyVision Corporation, Seventh Generation, Steelcase, the United States Postal Service, and Victor Innovatex.
Die meisten Labelnutzer befinden sich in Frankreich, Deutschland, Niederlande, Spanien, Schweiz, USA.