Label-Portrait: EU Ecolabel / EU-Blume
Verordnung (EG) Nr. 66/2010 mit Umweltkriterien für Textilien

Ziel, Hintergrundinformationen:

Das EU Ecolabel wurde im Jahre 1992 von der Europäischen Commission ins Leben gerufen. War zunächst nur die Kennzeichnung von Produkten vorgesehen, so besteht seit dem Jahre 2000 auch die Möglichkeit, Dienstleistungen mit dem EU Ecolabel zu kennzeichnen.

Mit den Kriterien sollen insbesondere Erzeugnisse bestimmt werden, die während ihres gesamten Lebenszyklus geringere Umweltauswirkungen haben und insofern bestimmte Verbesserungen aufweisen, als sie aus nachhaltigeren Formen der Land-und Forstwirtschaft stammen, mit effizienterem Ressourcen- und Energieverbrauch, nach saubereren und weniger verunreinigenden Verfahren und unter Verwendung weniger gefährlicher Stoffe hergestellt werden und als hochwertig und langlebig ausgelegt und ausgewiesen sind.

Das EU Eco-Label ist ein staatliches Umweltlabel. Der Standard wurde letztmals in 2009 überarbeitet und hat im Juni 2014 die neuste Revision durchlaufen. Die Anforderungen werden alle vier Jahre den technischen Möglichkeiten angepasst und auf einfache Umsetzbarkeit geachtet. Das Absicherungssystem bietet nicht die größte Sicherheit bezüglich der Einhaltung der Richtlinien, da zum größten Teil über Dokumente und nicht Vorort-Inspektionen geprüft wird.

 


Geltungsbereich:

Textilbekleidung und Accessoires aus mindestens 80 Gewichtsprozent Textilfasern aller Art in gewebter, nicht-gewebter oder gestrickter Form sowie Heimtextilien, Fasern, Garne, Gewebe und textile Maschenware. Nicht-textile Elemente: Reißverschlüsse, Knöpfe und andere Zubehörteile, die in das Erzeugnis eingearbeitet sind; Membrane, Beschichtungen und Laminate.

Das Spektrum reicht desweiteren von Reinigungsprodukten über Elektrogeräte, Textilien, Schmierstoffe, Farben und Lacke bis zu Beherbergungsbetrieben und Campingplätzen. Ausgeschlossen von der Vergabe sind zum jetzigen Zeitpunkt Nahrungsmittel, Getränke, Arzneimittel und medizinische Geräte.

 

Regelbereich:

Die Kriterien beziehen sich auf Fasern, Prozesse, Chemikalien, und Gebrauchstauglickeit (Echtheiten) und decken somit die gesamte Produktionskette ab. Neu sind die Kriterien zur Sozialen Verantwortung unddie  Beschränkung des Sandstrahlens von Denim. Gentechnik wird nun ausgeschlossen.

 

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung:
Die Einhaltung des EU-Umweltzeichen-Standard wird von einer unabhängigen Organisation (third party) nach ISO 17011 Akkreditierung, ISO / IEC Guide 65 Product Certification überprüft.
Es findet eine unabhängige Zertifzierzung auf Basis von Dokumentationen, Rückstandsanlaysen und Konformitätserklärung statt. Es werden keine regelmäßigen Audits Vorort durchgeführt. Keine Chain-of Custoty-Zertifzierung, keine Anweisungen/Katalog mit Korrekturmaßnahmen. Teilweise wird auf andere Zertifizierungen zurückgegriffen.

Beurteilung und Prüfung: Der Antragsteller muss ein Muster der Produktverpackung mit dem verwendeten Label zusammen mit einer Erklärung über die Einhaltung der relevanten Kriterien bei der Vergabestelle einreichen.
Um das Zeichen nutzen zu dürfen, ist der erfolgreiche Antragsteller verpflichtet, einen Vertrag über die verbleibende Geltungsdauer der Umweltkriterien mit der zuständigen Stelle abzuschließen. Die Zertifizierung hat eine Gültigkeit von 2 bis 4 Jahren.

Jeder Mitgliedstaat der EU bestimmt eine zuständige Stelle, die verantwortlich für die Entgegennahme der Anträge von Herstellern, Händlern, Dienstleistern oder Importeuren ist.

Kennzeichnung: 

Die EU-Verordnung (EG) Nr. 66/2010 spezifiziert in Artikel 9 und 10 sowie im Annex II die Bedingungen für die Nutzung des Ecolabel Logos.

Produkte oder Dienstleistungen, die nach erfolgreicher Antragsstellung vertraglich das Ecolabel tragen dürfen, können entsprechend der Verordnung mit dem Ecolabel-Logo ausgezeichnet werden. Eine Registriernummer des Ecolabels erscheint ebenfalls auf dem Produkt.

 

Märkte:

Das European Eco-Label System ermöglicht Herstellern, Händlern und Dienstleistern ihre Produkte mit der EU-Blume zu kennzeichnen und als Marketinginstrument in den 27 EU-Mitgliedsstaaten zu nutzen. Neben den 27 Mitgliedstaaten der EU kann das Label auch in Norwegen, Liechtenstein, Island und in der Schweiz genutzt werden.
2010 nuzten insgesamt mehr als 1.150 Firmen das EU-Label. Derzeit gibt es 23 verschiedene Produktgruppen und bis 2012 sind an 951 Firmen Lizenzen erteilt worden. Die Anzahl der Textilfirmen, die das EU-Label nutzen, beträgt dabei 49 (Stand Juni 2013). Bei diesen 49 Firmen wurden insgesamt 1522 Produkte mit der EU-Blume ausgezeichnet.

Weitere Informationen:

EU Ecolabel Homepage: http://ec.europa.eu/environment/ecolabel/
EU Ecolabel Catalogue: http://www.eu-ecolabel.de/