Label-Portrait: Öko-Tex Standard 100
Ausgabe 01/2011
Standardinhaber und Beteiligte:
Internationale Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie mit Sitz in Zürich/ Schweiz (dazu gehören u.a. auch das Österreichische Textil-Forschungsinstitut (ÖTI) und das Forschungsinstitut Hohenstein)

NEU: Endgültig verbindlich für alle Zertifizierungsvorgänge ist ab Januar 2013 die bereits letztes Jahr beschlossene Prüfung relevanter Textilien auf Alkylphenolethoxylate (APEOs), die dazu beitragen, diese umweltschädliche, vorwiegend als Tenside verwendete Substanzgruppe aus der Textilproduktion zu verbannen.

Klassifizierung:
Humanökologie, Gesundheitslabel
Instiutionell unhabhänig
Typ B, Typ 1

 

Ziel, Hintergrundinformationen:

Schadstoffprüfung in Textilien (inkl. Zubehör) für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen. Die Zertifizierung berücksichtigt verschiedene humanökologische Aspekte, unter anderem der Einsatz von gesundheitsgefährdenden Stoffen bzw. die Einhaltung von Grenzwerten als Rückstände auf dem Produkt. Schadstoffprüfung auf gesetzlich verbotene und reglementierte Substanzen durch neutrale Prüflabore (gehen nur teilweise über gesetzliche Bestimmungen hinaus).
Das Label berücksichtigts lediglich Gesundheitsaspekte des Konsumenten. Grenzwerte gehen nur geringfügig über gesetzliche Anforderungen hinaus.

Prüfnummer und dazugehöriges Prüfinstitut ist auf dem Label vorgeschrieben.

 

Geltungsbereich:

Zertifiziert werden Produkte und Zwischenprodukte auf allen Produktionsebenen. Der Standard ist anwendbar für Textilien und Lederprodukte, Matratzen, Zutaten/ Accesoires, Federn/Daunen, Heimtextilien und ähnliche Materialien/Produkte.
Rückstandsgrenzwerte sind in vier Produktklassen eingeteilt:
Klasse I Baby, Kinder
Klasse II direkter Hautkontakt
Klasse III ohne direkten Hautkontakt
Klasse IV Dekorationsmaterial

 

Regelbereich:

Geprüft werden textile Endprodukte und Zwischenprodukte (wie Garne, Zutaten), keine Verarbeitungskriterien

 

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung:

Es werden Schadstoffanalysen an textilen Produkten durchgeführt und damit die Einhaltung der vorgebenen Grenzwerte geprüft. Die Muster hierfür schicken die Labelnutzer ein. Die Firmen unterzeichnen eine Konformitätserkärung. Inzwischen wird bei den Firmen, die das Öko-Tex-100 Zertifikat nutzen, zusätzlich alle drei Jahre ein Audit Vorort durchgeführt.

 

Märkte:

Etwa 90.000 Oeko-Tex Standard 100 Zertifikate für bestimmte Textilproduktgruppen wurden bisher ausgestellt (bezogen auf einzelne Produkte geht die Anzahl in die Millionen). Mehr als 9.500 Firmen aus über 90 Ländern nehmen am der Oeko-Tex100 Zertifizierung teil, darunter Betriebe aus allen Produktionsstufen sowie Zutatenhersteller und Lieferanten von Farb- und Textilhilfsstoffen. Da der Öko-Text 100 das derzeit bekannteste Label ist und aufgrund der minimalen Anforderungen leicht erreichbar ist, gibt es kaum ein Einzelhändler der keine Öko-Text 100 gelabelte Produkte anbietet.