Öko-Tex Standard 1000 und 100plus
Ausgabe 01/2011

Standardinhaber und Beteiligte:
Internationale Prüfgemeinschaft Umweltfeundliche Textilien, Zürich/Schweiz
Forschungsinstitut Hohenstein

Neu:
2013 wird die Zertifizierung „Sustainable Textile Production" (STeP) eingeführt, womit die derzeitige Fassung des aktuellen OEKO-TEX® Standard 1000 völlig überarbeitet wird. Diese neue STeP-Zertifizierung bietet sämtlichen Produktionsbetrieben entlang der textilen Wertschöpfungskette die Möglichkeit, auf Grundlage eines Scoring-Systems die Nachhaltigkeit ihrer Herstellungsbedingungen durch die unabhängigen OEKO-TEX® Institute bewerten und auditieren zu lassen. Die STeP-Zertifizierung für nachhaltige Textilproduktion wird am 26./27. März 2013 im Rahmen des Prime Source Forum in Hong Kong erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Klassifizierung:
Umwelt- und Gesundheitslabel (Nachhaltigkeits-Label)
Instiutionell unhabhänig
Öko-Tex 1000: Typ A, Typ I
Öko-Tex 100plus: Typ A/B, Typ I
third party

 

Ziel, Hintergrundinformationen:

Der Oeko-Tex Standard 1000 ist ein Zertifzierungssystem für umweltfreundliche Produktionstätten und Produkte entlang der gesamten textilen Kette. Ziel des Öko-Tex Standard 1000 ist die Evaluation von Umweltparameter in der Textilproduktion und bezüglichTextilprodukten sowie die unabhängige Dokumentation und Prüfung von Umweltmanagementzielen. Öko-Tex 1000 ist eine Ergänzung zu Öko-Tex 100 (mind. 30% der Gesamtproduktion müssen nach Öko-Tex 100 zertifiziert sein).
Öko-Tex 100plus fasst Humanökologie (Öko-Tex 100) und Produktionsökologie (Öko-Tex 1000) in einem Produktlabel zusammen.
Hergestellte Artikel müssen nach Öko-Tex 100 zertifiziert sein und die gesamte Produktionskette lückenlos nach Öko-Tex 1000.

Der Öko-Tex Standard 1000 ist eine Kombination aus einem geforderten Umweltmanagemensystem und der Überprüfung von Anforderungskriterien in der Produktion. Aufgrund des geforderten Umweltmanagementsystems werden verstärkt Parameter wie Energie, Wasser, Luft und Emissionen berücksichtigt.

Die Nutzung des Labels basierend auf den Oeko-Tex® Standard 1000 ist auf maximal 3 Jahre befristet. Unter bestimmten Umständen kann die Gültigkeitsdauer auf ein Jahr festgesetzt werden. Nur nach erfolgreicher Zertifzierung kann das Label für Produkte genutzt werden, mit Hinweis auf die Lizenznummer.

 

Geltungsbereich:

Bekleidung. Textilien, deren Vorprodukte und Zubehörteile, Matratzen, Teppiche

Teil A regelt die Kennzeichnung von Produktionsstätten. Spezifizert sind Anforderungen an eine umweltfreundliche Produktion. Darüber hinaus müssen auch soziale Anforderungen eingehalten werden.

Teil B regelt die Kennzeichnung von Produkten. Spezifiert sind Anforderungen für umweltfreundlich hergestellte Textilien. Mindestens 30 % aller Produkte müssen auch nach dem Öko-Tex Standard 100 zertifiziert sein.

 

Regelbereich:

Kriterien behinhalten u.a.:
Kein Einsatz von umweltschädlichen Hilfsmittel und Farbstoffe.
Die Einhaltung der Richtwerte für Abwasser-und Abluftreinigung.
Optimierung des Energieverbrauchs.
Die Vermeidung von Lärm-und Staubbelastung.
Verzicht auf Kinderarbeit.
Die Einführung der Grundelemente eines Umweltmanagementsystems.
Ein Qualitätsmanagement-System
Damit wird die gesamte Verarbeitungskette sowie das Endprodukt selbst berücksichtig.

 

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung:

Die unabhängige Zertifizierung erfolgt auf Grundlage eines Betriebsaudits, sofern mindestens 30 % aller Produtke den Öko-Tex Standard 100 erfüllen, ein Umweltmanagementsystem implementiert ist und wenn mindestens 90% aller involvierten Produktionsstätten zertifziert sind. Erst dann darf der Lizenznehmer das Label nutzen. Die Zertifizierung wird von Prüfinstituten der Internationalen Prüfgemeinschaft durchgeführt.

 

Märkte:

50 Firmen sind gemäß dem Oeko-Tex Standard 1000 zertifziert (Spinnereien, Weber, Stricker, Färber, Veredler und Konfektionäre). 21 Unternehmen ist es gestattet das Oeko-Tex 100plus-Logo für die Produktkennzeichnung zu nutzen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Garn- und Flächenhersteller, allerdings existieren noch kaum gelabelte Endprodukte auf dem Markt.(Stand Ja. 2012)